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„Mimilebo“, „Mimileba“ oder „Mimileiba“ bezeichnet das Erbgut eines Mimo oder Mimi.

Der Ort Memleben wurde bereits 780 im Hersfelder Zehntverzeichnis erwähnt. An der Unstrut, gegenüber der heutigen Ortslage, befand sich von 830 bis 850 das früh wüst gewordene Dorf Klein Memleben mit Hersleber Gütern.

Nach der Wahl zum deutschen König um 919 ließ Heinrich I. Memleben zu seiner Lieblingspfalz ausbauen. Er verstarb am 02.07.936 in Memleben. Sein Sohn Otto wurde zu seinem Nachfolger gewählt und noch im gleichen Jahr in Aachen zum ersten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt.

942 veranlasste Otto l. den Bau der Marienkirche auch er starb in Memleben am 07.05.973 wie sein Vater. Um 957 verwandelte Otto II., das schon zu Heinrichs Zeiten gegründete Stift in eine Benediktinerabtei, diese wurde mit beachtlichen Ländereien und Sonderrechten ausgestattet und den damals mächtigsten Klöstern Fulda und Reichenau am Bodensee gleichgestellt.

Otto III. wollte Memleben sogar zum Sitz eines Bischofs von Thüringen machen, jedoch starb er mit bereits 22 Jahren und konnte seine Absicht deshalb nicht mehr verwirklichen. Otto lll. stattete 994 Memleben mit dem Markt-, Münz- und Zollrecht für die Handelsstraße nach Erfurt und Magdeburg sowie für die Unstrut aus. Jedoch wurde Memleben kein Marktort und ebenso wenig ein Reichskloster.

Kaiser Heinrich II., aus einer Nebenlinie des ottonischen Königshauses abstammend, hatte zunächst die Absicht, das Kloster weiterzuführen. Er bestätigte 1002 dem damaligen Abt Reinhold noch einmal alle von Otto II. und Otto III. verliehenen Besitzungen und Rechte. Das Interesse des Kaisers erlosch an Memleben, als er größere Ziele ins Auge fasste.

Durch die Aufhebung der Reichsabtei brachte er die Besitztümer des Klosters in seinen Besitz und stattete damit das von ihm gegründete Bistum Bamberg aus.

Memleben ging danach in den Besitz des Klosters Hersfeld über. Das Kloster hat unter Hersfelder Oberhoheit weiter bestanden, erlangte aber erst im 13. Jh. wieder einen gewissen Wohlstand.

Im Bauernkrieg um 1525 nahmen die aufgebrachten memlebener Bauern das Kloster ein, plünderten und zerstörten es teilweise.

Um 1540 war das Kloster nur noch vom Probst und 2 Mönchen bewohnt. Der Kurfürst Moritz von Sachsen übereignete den gesamten Besitz 1551 der gerade gegründeten Landesschule Pforte bei Bad Kösen.

Durch einen Blitzeinschlag 1722 wurde das Dach der Klosterkirche zerstört. Über 50 Jahre drangen Regen und Frost in das Mauerwerk ein und die Kirche verfiel Stück für Stück.

Man begann mit dem Abbruch der Kirche und verwendete die Steine um Scheunen- und Stallbauten zu bauen.

Dem Baumeister Karl Friedrich Schinkel ist es zu verdanken, dass einige Ruinen vor dem weiteren Verfall gesichert werden konnten und setzte sich für die Sicherung der noch vorhandenen Ruine ein.

Durch den Befehl des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) wurde die Krypta durch Sandsteinplatten abgedeckt.

In Memleben gab es zu DDR-Zeiten ein Zentrum der Saatguterzeugung und der Schaf- und Pferdezucht.

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